6G in der Schweiz: Neue Perspektiven für Kommunikation und Vernetzung

6G-Technologie: Die nächste Mobilfunkgeneration und was sie für die Schweiz bedeutet


Lesezeit:             3 Min.
Publikation:        29. August 2025, Jonathan Schönholzer


Die Mobilfunktechnologie entwickelt sich rasant weiter, kaum ist 5G in der Schweiz flächendeckend verfügbar, rückt bereits der nächste Meilenstein in greifbare Nähe: 6G. Während viele Nutzer aktuell noch die Vorteile von 5G entdecken, etwa höhere Datenraten, kürzere Latenzzeiten und bessere Netzstabilität, laufen auf globaler Ebene bereits die ersten Forschungsprojekte und Tests für die nächste Generation des Mobilfunks.


Doch was genau ist 6G? Und welche Bedeutung hat diese neue Technologie für die Schweiz?

Was ist 6G? Mehr als nur schnelleres Internet

6G wird nicht nur eine Weiterentwicklung von 5G sein, es verspricht einen Quantensprung in der Kommunikationstechnologie. Geplant ist, dass 6G Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1 Terabit pro Sekunde erreichen kann, eine Latenzzeit von unter 100 Mikrosekunden ermöglicht und intelligente Netze schafft, die sich dynamisch an Bedürfnisse anpassen.

Doch es geht nicht nur um Geschwindigkeit: 6G soll massiv vernetzte Systeme ermöglichen, etwa im Bereich künstlicher Intelligenz, autonomer Fahrzeuge, erweiterter Realität und präziser Fernmedizin. Die Vision reicht bis hin zu „digitalen Zwillingen“, also realitätsnahen digitalen Abbildern von Personen, Städten oder Prozessen, die in Echtzeit gesteuert und analysiert werden können.

Schweizer Beteiligung an der 6G-Entwicklung

Auch wenn 6G voraussichtlich erst um 2030 kommerziell verfügbar sein wird, ist die Schweiz bereits heute aktiv an Forschungsprojekten beteiligt. Hochschulen wie die ETH Zürich oder die EPFL Lausanne forschen gemeinsam mit internationalen Partnern an Schlüsseltechnologien wie THz-Kommunikation, Edge Computing und sicherer Datenübertragung.

Zudem ist die Schweiz Mitglied in verschiedenen europäischen Programmen zur Koordination von Standards, beispielsweise innerhalb von Hexa-X, einem von der EU geförderten 6G-Vorhaben. Das Ziel: Eine technologische Abhängigkeit von aussereuropäischen Grossmächten wie den USA oder China vermeiden und eigene Standards mitgestalten.

Herausforderungen und Chancen für die Schweiz

Mit 6G eröffnen sich für die Schweiz grosse Chancen, vor allem in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Smart Cities und Industrie 4.0. In einem Land, das stark auf Präzision, Innovation und Digitalisierung setzt, könnte 6G ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.
Doch es gibt auch Herausforderungen:
  • Infrastruktur: 6G wird neue Netzwerke erfordern, insbesondere im Bereich von Antennen und Satellitenkommunikation.

  • Energieverbrauch: Der Betrieb extrem leistungsfähiger Netze ist energieintensiv, ein Aspekt, der in einer klimabewussten Gesellschaft besonders sensibel ist.

  • Akzeptanz in der Bevölkerung: Schon bei 5G gab es in der Schweiz teils heftige Proteste gegen neue Antennenanlagen. Eine offene und transparente Kommunikation wird entscheidend sein.

  • Sicherheit & Datenschutz: Mit der Zunahme vernetzter Geräte steigen auch die Risiken. Klare gesetzliche Rahmenbedingungen und starke Sicherheitsstandards werden essenziell.

Auch wenn 6G für viele heute noch wie Zukunftsmusik klingt, werden die Weichen dafür heute gestellt, auch in der Schweiz. Es braucht Forschung, politische Weitsicht, technologische Infrastruktur und eine informierte Bevölkerung, um das volle Potenzial der kommenden Mobilfunkgeneration zu nutzen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, könnte die Schweiz erneut eine Vorreiterrolle im Bereich moderner Kommunikationstechnologie einnehmen.

Bitte beachten Sie, dass alle Angaben ohne Gewähr sind und Änderungen vorbehalten bleiben. Wir empfehlen, aktuelle Informationen direkt auf den jeweiligen Webseiten einzusehen.


Bilderquelle: Gerd Altmann via Pixabay


«digitaljournal.ch»

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