Digitale Gesundheitskommunikation
Wenn Arztbesuche digital werden
Publikation: 27. Januar 2026, Jonathan Schönholzer
Vom Telefon zur App: Neue Wege der Arzt-Patienten-Kommunikation
Früher bedeutete ein Arzttermin meist: anrufen, warten, vielleicht in der Warteschleife hängen. Heute läuft vieles über digitale Kanäle. Online-Terminbuchungen, Patientenportale oder einfache Kontaktformulare gehören in vielen Praxen zum Standard. Auch Videosprechstunden haben seit der Pandemie an Akzeptanz gewonnen, insbesondere für kurze Beratungen oder Nachkontrollen.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das mehr Flexibilität. Termine lassen sich rund um die Uhr buchen, Nachrichten können asynchron verschickt werden, und einfache Fragen müssen nicht mehr zwingend vor Ort geklärt werden. Für medizinisches Personal wiederum kann die digitale Kommunikation helfen, Abläufe zu strukturieren und Ressourcen effizienter einzusetzen.
Gleichzeitig verändert sich aber auch die Erwartungshaltung: Wer es gewohnt ist, sofort eine Push-Nachricht oder E-Mail zu erhalten, rechnet mit schnellen Antworten, auch im Gesundheitsbereich. Das stellt Praxen vor organisatorische Herausforderungen.
Elektronische Rezepte, Befunde und Gesundheitsdaten
Ein weiterer zentraler Aspekt der digitalen Gesundheitskommunikation ist der Umgang mit medizinischen Daten. Laborresultate, Röntgenbilder oder Arztberichte werden zunehmend digital bereitgestellt. Patientinnen und Patienten können ihre Daten über Portale einsehen oder weiterleiten, etwa an Spezialisten oder Spitäler.
Elektronische Rezepte oder Patienten-Dossiere sind ein weiteres Beispiel: Sie reduzieren Papier, minimieren Fehler und erleichtern die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apotheken. Auch Krankenkassen setzen vermehrt auf digitale Kommunikation, etwa bei Rückfragen, Rechnungen oder Zusatzversicherungen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Informationen sind schneller verfügbar, gehen weniger verloren und können besser koordiniert werden. Gleichzeitig wächst aber auch die Verantwortung im Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. Vertrauen ist hier entscheidend.
Datenschutz, Vertrauen und digitale Teilhabe
Gesundheitsdaten gehören zu den sensibelsten persönlichen Informationen überhaupt. Deshalb steht die digitale Gesundheitskommunikation besonders stark im Spannungsfeld zwischen Innovation und Datenschutz. In der Schweiz gelten strenge rechtliche Vorgaben, doch technische Sicherheit allein reicht nicht aus. Auch Transparenz und Verständlichkeit spielen eine wichtige Rolle.
Viele Menschen fragen sich: Wer hat Zugriff auf meine Daten? Wo werden sie gespeichert? Und was passiert im Falle eines Datenlecks? Diese Fragen beeinflussen, ob digitale Angebote angenommen oder gemieden werden.
Ein weiterer Punkt ist die digitale Teilhabe. Nicht alle Menschen sind gleich technikaffin oder verfügen über die gleichen digitalen Kompetenzen. Ältere Personen, Menschen mit Einschränkungen oder ohne regelmässigen Internetzugang dürfen durch die Digitalisierung nicht ausgeschlossen werden. Deshalb braucht es hybride Lösungen: digital, wo es sinnvoll ist, aber mit analogen Alternativen.
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«digitaljournal.ch»

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